Hintergrund

Menschen ohne anerkannte Berufsausbildung finden schwerer eine Arbeitsstelle. Und Menschen mit Behinderung sind oft vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen.
Damit alle gleiche Chancen auf Arbeit haben, ist Bildung wichtig. Und zwar alle Arten von Bildung.
Auch in der „Europäischen Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen“ wird betont, dass Ausbildungen inklusiver werden müssen. Das heißt, dass sie auch für Menschen mit Behinderungen passen müssen.

Gelernt wird nicht nur in der Schule. Sondern zum Beispiel auch in einem Kurs, in einem Arbeitstraining, beim Lesen, in einem Praktikum oder durch Zuschauen!
Auch diese Lernergebnisse sollen in Zukunft offiziell anerkannt werden. Und zwar durch den Nationalen Qualifikationsrahmen. Diese Anerkennung führt auch zu mehr Chancengleichheit für die Lernenden, die zum Beispiel keine Lehre machen können.
Diese Anerkennung von Lernergebnissen war auch das Thema im früheren Projekt „NQF Inclusive“. Dieses Projekt hat Chance B geleitet. In diesem Projekt haben wir die Lernergebnisse von anerkannten Berufsausbildungen so vereinfacht, dass sie für die Stufen 1 und 2 des Nationalen Qualifikationsrahmen passen. Wir haben auch ein Modell entworfen, wie diese neuen, einfacheren Ausbildungen offiziell im Nationalen Qualifikationsrahmen anerkannt werden können.
In dem Projekt haben wir aber 3 Dinge erkannt:

  1. Man kann nicht alle Lernergebnisse einfacher machen. Zum Beispiel, wie man eine Spritze gibt. Dafür gibt es nur eine richtige Möglichkeit, und das geht auch nicht mit Unterstützung.
  2. Die Lernergebnisse der Lernenden sind oft sehr verschieden: Manches können sie genau so gut wie zum Beispiel ein Lehrling. Für andere Ausgaben brauchen sie aber immer Unterstützung. Wenn nun die ganze Ausbildung anerkannt werden soll, geht das nur auf der niedrigeren Stufe. Das heißt, alles, was jemand besser kann, steht dann wieder nicht im Zeugnis drin.
  3. Oft überfordert es die Lernenden, wenn sie eine ganze Berufsausbildung in einem Stück machen müssen. Besser ist eine Ausbildung aus mehreren Teilen, die man einzelnen lernen kann.

Deshalb ist es notwendig, berufliche Grundausbildungen in Module aufzuteilen. Und die Möglichkeit zu haben, dass jedes einzelne Modul anerkannt wird. Dann kann jede Person die Ausbildung Schritt für Schritt so machen, wie es für sie am besten passt.